Desinfektion und Sterilisation von Instrumenten im Nagelstudio – der richtige Ablauf (und Vorbereitung auf die Hygienekontrolle)
Wenn das Gesundheitsamt zur Kontrolle ins Nagelstudio kommt, lautet die erste Frage meist: „Wie desinfizieren und sterilisieren Sie Ihre Instrumente? Zeigen Sie mir bitte Ihre Dokumentation.“ Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen Reinigung, Desinfektion und Sterilisation, führt Schritt für Schritt durch die Aufbereitung von Zangen, Fräseraufsätzen, Feilen, Flächen und Händen – und zeigt, worauf die Kontrolleure üblicherweise achten.

Reinigung, Desinfektion, Sterilisation – worin liegt der Unterschied?
Das sind drei unterschiedliche Schritte, und der nachfolgende Schritt ersetzt den vorhergehenden nicht:
- Reinigung – Abbürsten und Waschen mit warmem Seifenwasser, um Staub, Hautreste und Blut zu entfernen. Wird dieser Schritt übersprungen, wirken Desinfektion und Sterilisation schlechter, denn der Schmutz schirmt die Keime ab.
- Desinfektion – Einlegen oder Abwischen mit einer Lösung. Bei Instrumenten im Nagelstudio muss das Mittel viruzid wirken (HIV, Hepatitis B und C).
- Sterilisation – Hitze im Gerät (Heißluft oder Dampf – Autoklav). Die höchste Stufe, sie tötet alle Mikroorganismen ab, auch Sporen.

Hinweis: Eine UV-Box ist kein Sterilisator. Die Musterbetriebsordnung des tschechischen Gesundheitsministeriums ordnet UV den Desinfektionsgeräten zu, und die Vorschriften des Freistaats Sachsen (Deutschland) erkennen nur die Sterilisation mit Dampf oder Heißluft an.
Was sagt das Gesetz?
Tschechische Republik
Nach dem Gesetz Nr. 258/2000 Sb. gelten Maniküre und Pediküre als epidemiologisch bedeutsame Tätigkeit. Die Studioinhaberin muss der Hygienebehörde (KHS) den Beginn der Tätigkeit schriftlich anzeigen und eine Betriebsordnung vorhalten, in der genau beschrieben ist, wie desinfiziert und sterilisiert wird. Die Verordnung Nr. 137/2004 Sb. (§ 51–52) verlangt:
- Nach jedem Kunden: Instrumente reinigen, mit heißem Wasser und Reinigungsmittel waschen, desinfizieren und mit Trinkwasser abspülen.
- Instrumente mit Blutkontakt: mit einer viruziden Lösung desinfizieren, anschließend reinigen, trocknen und sterilisieren.
- Benutzte Instrumente getrennt von sauberen aufbewahren; Lösungen mit unterschiedlichen Wirkstoffen müssen regelmäßig im Wechsel eingesetzt werden.
- Die Mitarbeiterin wäscht sich vor und nach jedem Kunden die Hände und trocknet sie mit Einwegtüchern ab; blutkontaminierter Abfall kommt in einen festen Behälter mit Deckel.
Laut der Musterbetriebsordnung für Pediküre und Maniküre des tschechischen Gesundheitsministeriums (12/2025) gilt: Im Studio angesetzte Lösungen müssen pro Schicht frisch angesetzt werden, etwa 1-mal monatlich im Wechsel eingesetzt werden und stets innerhalb der Haltbarkeit sein. Verfügt das Studio über eine Sterilisation, sind erforderlich: Gerätetyp, Baujahr, Parameter; der Nachweis der Geräteprüfung mit einem Bioindikator mindestens 1-mal jährlich oder nach 200 Zyklen; sowie ein Sterilisationsbuch (Datum, Instrumente, Parameter, chemischer Indikatorstreifen je Charge, Unterschrift).
Deutschland
Jedes Bundesland hat eine eigene Hygieneverordnung. In Sachsen (SächsHygVO) etwa gilt sie ausdrücklich für Maniküre und Pediküre: Wiederverwendbare Instrumente müssen nach jedem Gebrauch gereinigt und desinfiziert werden, bei Verletzung der Haut müssen sie sterilisiert werden; verwendet werden dürfen nur Mittel aus den anerkannten Listen (DGHM/VAH oder RKI); Sterilisation mit Dampf oder Heißluft, Anzeige beim Gesundheitsamt bei Inbetriebnahme des Geräts, Geräteprüfung alle 6 Monate, chemischer Indikatorstreifen je Charge, Dokumentation 30 Jahre aufbewahren; der Hygieneplan ist jährlich zu aktualisieren.
In anderen Bundesländern sowie in der Slowakei und in Österreich gelten ähnliche, aber nicht identische Vorschriften – fragen Sie bei Ihrer örtlichen Gesundheitsbehörde nach. Siehe auch: Was tun bei einer Kontrolle durch die Behörden?
Ablauf für Zangen, Hautschieber und Scheren

- Direkt nach dem Kunden einlegen, vollständig bedeckt, die Zange geöffnet, damit die Lösung in das Gelenk gelangt. Konzentration und Einwirkzeit genau nach Etikett – stärker verdünnt wirkt die Lösung nicht ausreichend.
- Abbürsten von Schneiden, Gelenk und Rillen mit einer weichen Bürste. Ein Sterilisator „brennt“ Schmutz nicht sauber.
- Abspülen, gründlich trocken wischen, in Sterilisationsbeutel für den jeweiligen Gerätetyp verpacken und in jede Charge einen Indikatorstreifen legen. Der Streifen W 3567 für Heißluftgeräte beispielsweise schlägt bei 160 °C/60 Minuten, 170 °C/30 Minuten oder 180 °C/20 Minuten um.
- Dokumentieren und die Beutel verschlossen lassen, bis sie beim nächsten Kunden verwendet werden.
Die Staleks-Zangen der Serien SMART, EXPERT, EXCLUSIVE und PODO lassen sich mit allen Verfahren sterilisieren – siehe wie Sie die richtige Staleks-Zange auswählen.
Fräseraufsätze

Direkt nach dem Kunden den Staub abbürsten und anschließend in eine Lösung für rotierende Instrumente einlegen, zum Beispiel Rotasept: gebrauchsfertig ohne Verdünnen, 15 Minuten einlegen, die Zeit nicht überschreiten, die Lösung an jedem Arbeitstag wechseln. Wird nur desinfiziert, nicht mit Wasser abspülen (Rostgefahr), sondern auf einem Papiertuch trocknen lassen; folgt anschließend die Sterilisation, mit Trinkwasser abspülen und trocken wischen. Schleifkappen und Einweg-Fräseraufsätze: nach jedem Kunden entsorgen.
Feilen: Einweg oder abwaschbar?
- Papierfeilen, Schaumstofffeilen, Buffer: lassen sich nicht vollständig desinfizieren – ein Kunde, ein Stück.
- Metall-Feilenbasis wie die Staleks EXPERT 20 (4,80 €): Edelstahl, mit allen Verfahren sterilisierbar; nach jedem Kunden wird nur das Einweg-Schleifpapier gewechselt.
- Glasfeilen und massive Metallfeilen: wie Zangen aufbereiten.
Flächen und Hände
- Tisch, Gellampe, Armlehnen des Stuhls – nach jedem Kunden: Mikrozid Spray 250 ml oder Kanister 1000 ml – auf Alkoholbasis, Einwirkzeit 1–2 Minuten, hinterlässt keine Spuren; nicht auf Acrylglas anwenden.
- Boden, große Flächen: Terralin Konzentrat, zum Verdünnen, geruchsneutral, für alle Oberflächen geeignet.
- Hände der Mitarbeiterin: mit der antibakteriellen Seife Prosavon waschen (30 Sekunden), mit Papiertuch abtrocknen und anschließend mit Septoderm auf sauberen, trockenen Händen desinfizieren.
Häufige Fehler
- Instrumente mit Staub- und Hautresten direkt in den Sterilisator geben.
- Die Lösung „nach Augenmaß“ ansetzen, dieselbe alte Schale dauerhaft nutzen, das Ansetzdatum nicht notieren.
- Nur eine einzige Lösung verwenden, ohne Wirkstoffwechsel.
- Schmutzige und saubere Instrumente in derselben Schale aufbewahren.
- Ein Gerät haben, aber kein Sterilisationsbuch, keine Indikatorstreifen, keinen Prüfnachweis. Bei einer Kontrolle gilt: keine Dokumentation ist fast so viel wert wie nicht aufbereitet.
- Papierfeilen und Schleifpapier bei weiteren Kunden wiederverwenden.
Worauf achtet die Hygienekontrolle?

Die obige Liste fasst die im vorherigen Abschnitt genannten Vorschriften zusammen; der konkrete Umfang hängt von der jeweiligen Behörde ab. Prüfen Sie selbst vorab – und denken Sie zusätzlich an einen Erste-Hilfe-Kasten sowie einen festen Behälter mit Deckel für blutkontaminierten Abfall.
Tipp: Wie viele Instrumentensets braucht jede Mitarbeiterin?

Ein kompletter Durchlauf aus Einlegen – Reinigen – Trockenwischen – Sterilisieren – Abkühlen dauert recht lange: allein die Haltezeit bei 180 °C beträgt 20 Minuten, das Aufheizen und Abkühlen des Geräts noch nicht eingerechnet. Deshalb sollte jede Mitarbeiterin mindestens 3 Sets haben (Zange, Hautschieber, Schere, Feilenbasis): ein Set im Einsatz, ein Set im Einlegen und Reinigen, ein Set im Gerät. Eine Nummerierung der einzelnen Sets erleichtert die Dokumentation.
Für eine ordentliche Aufbewahrung der Sets: Edelstahlschale Staleks EXPERT 10 (195 × 90 × 19 mm) und Edelstahlbox mit Deckel EXPERT 20 (90 × 40 × 15 mm, für Fräseraufsätze oder kleine Zangen) – beide sind für Desinfektion und Sterilisation geeignet.
Desinfektionsprodukte bei Euronailshop

| Produkt | Anwendung für | Wichtigste Punkte (laut Produktbeschreibung) | Preis |
|---|---|---|---|
| Gigasept 2000 ml | Instrumente | Reinigung und Desinfektion, aldehydfrei; bakterizid, fungizid, viruzid (HIV/HBV/HCV), tuberkulozid; auch im Ultraschallbad einsetzbar. | 45,80 € |
| Helipur H+N 1 l | Instrumente (im Wechsel) | Auf Aldehyd- und Alkoholbasis, ohne Formaldehyd; wirkt auch gegen Sporen. | 29,10 € |
| Rotasept 2000 ml | Fräseraufsätze | Gebrauchsfertig, 15 Minuten einlegen. | 41,50 € |
| Mikrozid 250 / 1000 ml | Kleine Flächen | Auf Alkoholbasis, trocknet schnell. | 9,80 / 12,50 € |
| Terralin 2000 ml | Flächen, Boden | Konzentrat, geruchsneutral. | 34,80 € |
| Septoderm 500 ml | Händedesinfektion | Auf Alkoholbasis, farblos, ohne Duftstoffe; nach EN 12791. | 12,50 € |
| Prosavon 1 l | Händewaschen | Antibakteriell, pH 5,5. | 6,50 € |
| Indikatorstreifen W 3567 (25 Stk.) | Heißluftsterilisator | Typ 4 nach ISO 11140-1, Farbumschlag, einfache Dokumentation. | 8,10 € |
Preise zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels, inkl. MwSt.
Empfehlung für den Wechsel: Gigasept (auf Aminbasis) abwechselnd mit Helipur H+N (auf Aldehydbasis) – zwei unterschiedliche Wirkstoffe. Halten Sie sich stets an die Angaben auf dem Etikett zu Konzentration, Einwirkzeit und Haltbarkeit. Der Artikel dient der Information und ersetzt keine Rechtsberatung.
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